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Wörterbuch der deutschen Unterstützung
Wörterbuch der deutschen Unterstützung – Словник німецької підтримки / Collage – Колаж © Deutsche Botschaft Kyjiw
Deutschland ist der größte Unterstützer der Ukraine – nicht nur im Verteidigungsbereich. Die Unterstützung ist in allen Bereichen spürbar. Allein dieses Jahr stellt Deutschland rund 12 Mrd. EUR nur für die militärische Unterstützung der Ukraine bereit. Seit Beginn der Vollinvasion sind es 55,5 Mrd. EUR für militärische Unterstützung. Zudem hat Deutschland seit Beginn der Vollinvasion über 41 Mrd. EUR für zivile Unterstützung gestellt – und diese Summen wachsen weiter.
„Die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine ist nicht nur in ihrem finanziellen Umfang bedeutend, sondern auch tief durchdacht und systemisch angelegt. Wo auch immer sich Ukrainerinnen und Ukrainer befinden, können sie auf direkte oder indirekte Hilfe zählen. Für die Entwicklung der Verteidigungsindustrie werden gemeinsame Projekte geschaffen, Verwundete erhalten Zugang zu Behandlung und Rehabilitation. Für diejenigen, die kämpfen, werden Waffen geliefert und militärische Ausbildungssysteme bereitgestellt. Für Unternehmer gibt es Förder- und Wirtschaftsprogramme. Veteranen werden unterstützt. Deutschland begleitet die Ukraine auf ihrem Reformweg in die EU. Damit umfasst die Unterstützung den gesamten Lebenszyklus – von der humanitären bis zur sicherheitspolitischen Dimension“, sagt Botschafter Thoms.
Berlin beweist damit nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten, dass seine Unterstützung systematisch ist und die Partnerschaft verlässlich funktioniert. Deutschland und die Ukraine sprechen zwar unterschiedliche Sprachen, verfolgen jedoch ein gemeinsames Ziel.
Drohnenproduktion
Deutsche und ukrainische Unternehmen produzieren seit Kriegsbeginn moderne Waffensysteme wie unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs), unbemannte Bodenfahrzeuge (UGVs) und Seedrohnen für die Ukraine. Nun nimmt unsere strategische Partnerschaft den nächsten Integrationsschritt: Deutschland unterstützt die gemeinsame Produktion ukrainischer Systeme unter dem Dach „Build with Ukraine“. Dadurch schaffen Deutschland und die Ukraine gemeinsam die Innovationen der Zukunft.
Im Februar dieses Jahres übergab der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius an Wolodymyr Selenskyj die Linza 3.0 – das erste ukrainische UAV, das von einem deutsch-ukrainischen Gemeinschaftsunternehmen in Deutschland produziert wurde. In diesem Jahr sollen aus dieser Produktionslinie rund 10.000 Drohnen für die Streitkräfte der Ukraine hervorgehen.
Auch auf dem Gebiet der Ukraine, jedoch ebenfalls mit deutscher Finanzierung, werden derzeit etwa 15.000 Abfangdrohnen des Typs Strila für die Nationalgarde produziert. Diese schnellen UAVs werden typischerweise zur effektiven Bekämpfung manövrierfähiger gegnerischer Ziele eingesetzt.
Dies ist nur der Beginn der weiteren Zusammenarbeit im Rahmen der strategischen Partnerschaft im Bereich der Drohnenproduktion. Bereits jetzt planen ukrainische und deutsche Unternehmen die gemeinsame Produktion von Aufklärungsdrohnen und UGVs. Während des jüngsten Besuchs von Boris Pistorius in Kyjiw wurde bekanntgegeben, dass die Ukraine und Deutschland künftig bei der Entwicklung und Produktion von UAVs unterschiedlicher Reichweiten zusammenarbeiten werden – einschließlich weitreichender Systeme, die Ziele in bis zu 1.500 Kilometern Entfernung treffen können.
Darüber hinaus wird sich Berlin an der Verteidigungsinnovationsplattform Brave1 beteiligen, um die Entwicklung und Erprobung militärischer Technologien weiter zu unterstützen.
„Entwickler innovativer Technologien, die vielversprechende Produkte vorstellen, erhalten über diese Plattform finanzielle Unterstützung. So können ihre Innovationen frühzeitig im Einsatz getestet und ihre Wirksamkeit überprüft werden“, betonte Verteidigungsminister Boris Pistorius. Das neue Programm soll den Namen „Brave Germany“ tragen.
Wiederaufbau
Deutschland setzt sich sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene für den nachhaltigen Wiederaufbau der Ukraine ein. Daher unterstützen die Partner Projekte zur beruflichen Ausbildung, zur Stärkung von Gemeinden, zum Wohnungsbau, im Energiesektor sowie in vielen weiteren Bereichen.
„Deutschland unterstützt die Ukraine nicht nur bei großen Infrastrukturprojekten, sondern auch in Bereichen, die das tägliche Leben der Menschen und die wirtschaftliche Stabilität direkt beeinflussen. Dazu gehören der Wiederaufbau der Verkehrsinfrastruktur, die Unterstützung von Gemeinden und Unternehmen, Förderprogramme für kleine und Kleinstunternehmen, die Schaffung neuer Arbeitsplätze sowie Hilfe für Ukrainerinnen und Ukrainer, die trotz des Krieges weiterarbeiten und ihre Regionen entwickeln. Diese Art der Unterstützung hilft dem Land nicht nur zu überleben, sondern legt auch das Fundament für seine künftige Entwicklung“, – Botschafter Thoms.
Berlin hilft beim Wiederaufbau auch ganz konkret. Deutsche staatliche Programme, Partnerstädte, private Mäzene und Wohltätigkeitsstiftungen liefern mobile Kliniken, statten Schutzräume in Kindergärten und Schulen aus und installieren Solarpaneele für Krankenhäuser. Diese Projekte verbessern das Leben der Menschen in den Gemeinden spürbar, da sie den Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung wiederherstellen.
Deutschland sorgt zudem dafür, dass Mittel privater Investoren und Wohltäter eingeworben werden und dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Zu diesem Zweck hat Deutschland gemeinsam mit der EU, Frankreich, Polen und Italien die Initiative „European Flagship Fund for the Reconstruction of Ukraine“ ins Leben gerufen. Sie soll privaten Investoren helfen, den Wiederaufbau der Ukraine effektiv und möglichst effizient zu gestalten.
„Der deutsche Ansatz für den Wiederaufbau ist einfach: Wenn schon geholfen wird, dann systematisch, transparent und qualitativ hochwertig“, - Botschafter Thoms.
Еnergieresilienz
Seit Beginn der russischen Vollinvasion hat Deutschland dem ukrainischen Energiesektor mehr als 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Im Rahmen einer deutschen Hilfskampagne wurden allein aus der deutschen Privatwirtschaft über 34.000 Einheiten an Energieausrüstung geliefert.
Mit deutscher Unterstützung werden in der Ukraine kontinuierlich Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen repariert, während Energieunternehmen Generatoren, Turbinen und weitere Reserveausrüstung erhalten. Dank dieser Hilfe verfügen die Ukrainerinnen und Ukrainer insbesondere im Winter über mehr Strom und Wärme. Gleichzeitig stärken die Partner die Luftverteidigung zum besseren Schutz der Energieinfrastruktur vor Angriffen.
Dabei handelt es sich nicht nur um kurzfristige Unterstützung, ohne die die Ukraine derzeit nicht auskommen könnte. Deutschland trägt auch zur langfristigen Entwicklung eines widerstandsfähigen, dezentralen und modernen Energiesystems bei. Aus diesem Grund werden Projekte im Bereich erneuerbarer Energien, Programme zur Steigerung der Energieeffizienz sowie die dezentrale Energieerzeugung gefördert.
Deutschland unterstützt die Ukraine zudem nicht nur direkt, sondern beteiligt sich auch an internationalen Energiepartnerschaften und Fonds wie dem Ukraine Energy Support Fund und dem „Fonds für Energieeffizienz“.
Veteranenrehabilitation
Deutschland unterstützt verwundete Veteraninnen und Veteranen in der Ukraine. Das Rehabilitationszentrum UNBROKEN in Lwiw wurde mit deutscher Unterstützung modernisiert und erweitert. Heute zählt es zu den wichtigsten Einrichtungen für Prothetik und Rehabilitation in der Ukraine. Dort können jährlich rund 1.200 Prothesen und Orthesen hergestellt werden.
Die deutsche Unterstützung für ukrainische Veteraninnen und Veteranen geht über Rehabilitation hinaus und bildet ein wichtiges Element bei allen Projekten des Wiederaufbaus. Deutschland hilft mit Ausbildungs- und Umschulungsprogrammen, die neue Perspektiven und Berufe für den Wiederaufbau des Landes schaffen. Veteraninnen und Veteranen werden jetzt und nach dem Krieg beim Wiederaufbau und bei der militärischen Resilienz in der Ukraine gebraucht und eine Schlüsselrolle spielen.
Die Rückkehr ins zivile Leben ist für viele eine Herausforderung – und die deutschen Maßnahmen setzen hier systematische und umfassende Lösungen. Daher hat Deutschland zur Entwicklung der digitalen Plattform Skills4Recovery beigetragen. Deren Bildungs- und Berufsprogramme helfen ehemaligen Militärangehörigen, wieder in das zivile Berufsleben zurückzukehren.
Neben diesen strukturellen Programmen spielt auch gezielte Einzelfallhilfe eine wichtige Rolle. Ukrainische Medien berichten regelmäßig darüber, dass Deutschland verwundete Soldaten zur Behandlung aufnimmt und sie in spezialisierten Kliniken versorgt.
„Das Leben jedes ukrainischen Soldaten ist von Bedeutung. Deutschland unterstützt die Behandlung und Rehabilitation schwerverwundeter Verteidiger in deutschen Kliniken, damit sie eine hochwertige medizinische Versorgung und eine echte Chance auf vollständige Genesung erhalten. Gleichzeitig geht es darum, das Potential von Veteranen für Wirtschaft und Gesellschaft zu heben. Veteranen werden jetzt und nach dem Krieg in der Ukraine gebraucht“, – Botschafter Thoms.
Klinikpartnerschaften
Rund 860 Gesundheitseinrichtungen haben in den vergangenen vier Jahren medizinische Ausrüstung durch die deutsche Bundesregierung erhalten. Mehr als 10.000 medizinische Fachkräfte wurden im Rahmen von Weiterbildungsprogrammen geschult. Dadurch profitieren Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer von einer verbesserten medizinischen Versorgung.
Deutschland unterstützt systematisch die Entwicklung der Rehabilitationsmedizin und der Telemedizin in der Ukraine und sucht kontinuierlich nach Wegen zur Verbesserung der medizinischen Infrastruktur. Auch in akuten Krisensituationen bleibt Berlin verlässlicher Partner: Nach dem Raketenangriff im Juli 2024 stellte Deutschland 14 Millionen Euro für den Wiederaufbau des Kinderkrankenhauses „Ohmatdyt“ in Kyjiw bereit.
Zudem existiert ein Mechanismus zur Evakuierung von Patientinnen und Patienten zur Behandlung nach Deutschland. Partnerländer helfen dabei, Verletzte nach Raketenangriffen oder Unfällen zu versorgen, insbesondere in Fällen schwerer oder langwieriger medizinischer Behandlungen und Rehabilitationsmaßnahmen.
„Die Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Deutschland im Gesundheitswesen ist ein gegenseitiger Austausch von Erfahrungen. Ukrainische Fachkräfte erhalten Zugang zu modernsten medizinischen Praktiken und teilen gleichzeitig ihre Erfahrungen aus der Arbeit unter Kriegsbedingungen. Heute umfassen die Krankenhauspartnerschaften mehr als 41 deutsche und 113 ukrainische Kliniken sowie medizinische Nichtregierungsorganisationen und decken 20 Regionen der Ukraine ab. Dieses Netzwerk stärkt gemeinsam die Gesundheitssysteme beider Länder.“ – Botschafter Thoms.
Rechtsstaatsreformen
Deutschland stellt der Ukraine nicht nur Ressourcen für den aktuellen Verteidigungskampf zur Verfügung, sondern unterstützt auch die Stärkung eines Staatswesens, in dem Recht, Gerechtigkeit und starke Institutionen gelten. Berlin hilft bei der Umsetzung zentraler Reformen, die auf dem Weg in die EU notwendig sind – insbesondere im Bereich der Korruptionsbekämpfung und der Justiz. Die europäische Integration der Ukraine ist nicht nur im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger, sondern der gesamten Europäischen Union. Denn die Ukrainerinnen und Ukrainer zeigen mit ihrem täglichen Widerstand, dass sie Teil der europäischen Wertegemeinschaft sind und ihre Zukunft in der EU sehen.
„Deutschland bekennt sich weiterhin entschieden zur Unterstützung der Ukraine auf ihrem europäischen Weg. Wir unterstützen die Ukraine militärisch, finanziell, humanitär und politisch -- und damit auch die langfristige institutionelle Entwicklung der Ukraine und ihre europäische Zukunft. Der Platz der Ukraine ist in der Europäischen Union. Deutschland unterstützt daher das Engagement der Ukraine für einen EU-Beitritt und die damit verbundenen Reformen. Die Zukunft der Ukraine ist unsere gemeinsame europäische Zukunft.“
Minenräumung
Heute gilt die Ukraine als das am stärksten verminte Land der Welt, was spürbare Folgen für die Wirtschaft hat. Deutschland unterstützt die Ukraine seit 2015 bei der humanitären Minenräumung, doch das Ausmaß des Problems – und damit auch der Hilfe – hat sich inzwischen deutlich vergrößert. Deutschland stellt Panzer und gepanzerte Fahrzeuge für die Minenräumung bereit, liefert Ausrüstung für Pioniere und unterstützt die Ausbildung ukrainischer Fachkräfte.
Auch bei besonders komplexen Herausforderungen leistet Berlin Unterstützung. Als die Räumung der Gewässer des Schwarzen Meeres und der Binnenwasserstraßen zu einem Problem wurde, übernahmen Partner die Finanzierung des Baus einer komplexen maritimen Plattform, die die Minenräumung im Wasser ermöglichen soll.
Unterstützt werden zudem die Fachkräfte des Staatlichen Katastrophenschutzdienstes (DSNS) und der Nationalpolizei. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Innovationen, da sie dazu beitragen, Menschen vor unnötigen Risiken zu schützen. Für Einsätze in gefährlichen Gebieten werden daher Drohnen, mechanisierte Räumtechnik sowie speziell ausgebildete Minenspürhunde eingesetzt. Um eine hochwertige Ausbildung und Schulung ukrainischer Fachkräfte zu gewährleisten, finanziert Deutschland zudem den Ausbau der Infrastruktur militärischer Ausbildungszentren auf dem Gebiet der Ukraine.